Spotted: Horror-Clowns

Der Hype um Killer-, Grusel- oder Horror-Clowns sorgt in Deutschland für immer mehr Besorgnis. Auf sogenannten “Spotted”-Seiten auf Facebook werden nun Sichtungen der gruseligen Gestalten gesammelt – darunter auch Falschmeldungen und Aufrufe zur Selbstjustiz.

Screenshot der Facebook-Seite „ Spottet Horror Clowns“

Screenshot der Facebook-Seite „ Spottet Horror Clowns“

Clowns, so wie viele sie aus ihrer Kindheit kennen, sind fröhlich, tollpatschig, frech und bringen Menschen zum Lachen. Doch immer häufiger treten die spaßigen Gesellen nun als sogenannte Killer-, Grusel- oder Horror-Clowns in Erscheinung. Das aus den USA stammende Phänomen verbreitet sich vor allem über soziale Medien und ist nun auch in Deutschland ein präsentes Thema. In gruselige Clownskostüme gekleidet, lauern sie Passantinnen und Passanten auf und greifen diese teilweise mit Waffen an. Das kann betroffene Menschen zutiefst erschrecken und verstören, aber auch für die Clowns selbst kann der vermutlich harmlos gemeinte Spaß, böse nach hinten losgehen. So wurde in Berlin-Lichterfelde ein Grusel-Clown, der mehrere Jugendliche mit einem Hammer erschrecken wollte, von einem der Jungen mit einem Messer lebensgefährlich verletzt.

Eine Reaktion auf das Gruselclown-Phänomen ist derzeit die Neugründung von “Spotted”-Facebook-Gruppen. Eigentlich sind „Spotted-Seiten“ ein Konzept der Social Media Plattform Facebook, die anonym die Suche und Ansprache von Personen ermöglicht. Unter Studenten eher bekannt als Kanal, um den Flirt aus der letzten Vorlesung oder dem letzten Disco-Besuch zu kontaktieren. Doch mit der Horror-Clown- Panik werden die Spotted-Gruppen in dem sozialen Netzwerk nun für andere Zwecke benutzt. Sie werden zum Sprachrohr für Menschen, die ein akutes Bedrohungsgefühl gegenüber Grusel-Clowns empfinden. Derartige Facebook-Gruppen haben sich der Sichtung und Bekämpfung des Phänomens verschrieben.

Neben gut gemeinten Warnungen wird dort jedoch auch immer häufiger zur Selbstjustiz aufgefordert. So werden unter anderem Handlungsanweisungen gegeben, die nichts anderes als Aufforderungen zur Selbstjustiz darstellen. „Für solches Pack hab ich meinen Baseballschläger X-X“, „Bevor ihr einen Clown angreift”, „Los los los!!! Schnell Handeln“ oder „Pfefferspray und Schlagstock und ab geht’s“ lauten einige Anleitungen und Kommentare in diversen Spotted-Horrorclown Gruppen.

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Screenshot der Facebook-Page ‘Spotted Clowns Salzburg’

Screenshot der Facebook-Page 'Spotted-Horror Clowns'

Screenshot der Facebook-Page ‘Spotted-Horror Clowns’

Andere User nutzen die Gruppen scheinbar auch, um bewusst Falschmeldungen zu platzieren. Die Organisation Mimikama, eine internationale Anlaufstelle zur Aufklärung von Internetmissbrauch, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Gerüchten und Falschmeldungen, die über Facebook publiziert wurden, auf den Grund zu gehen und diese auf ihre Echtheit zu überprüfen. Das Ergebnis: Auf entsprechenden Seiten wurden mehr als 400 Fake-Einträge zum Thema Killer-Clown gefunden.

Kurz vor Halloween gibt es gruselige Clowns-Masken fast überall zu kaufen. Aber auch die Ladenbesitzer sind sich um der Hysterie bewusst. So möchte die Ladenbesitzerin, die hier nicht genannt werden möchte, diese bisher zum Verkauf angebotenen Masken aus dem Sortiment nehmen.

Kurz vor Halloween gibt es gruselige Clowns-Masken fast überall zu kaufen. Aber auch die Ladenbesitzer sind sich um der Hysterie bewusst. So möchte die Ladenbesitzerin, die hier nicht genannt werden möchte, diese bisher zum Verkauf angebotenen Masken aus dem Sortiment nehmen.

Als wären die Grusel-Clowns an sich nicht schon erschreckend genug, nutzen einige Menschen die Angst anderer aus, um die Hysterie voranzutreiben und für weiteren Schrecken zu sorgen. Auf diese Art und Weise Unruhe in die Öffentlicheit zu bringen ist in dieser ohnehin emotional aufgeladenen Atmosphäre, grob fahrlässig.

Janina Süß, 1. FS, MER

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