Ihr selbst seid eures Löschens Schmied!

Wie Facebooks Image-Kampagne nun auch die Journalistik-Branche integriert

Facebook macht Werbung. Seit einiger Zeit wirbt der Konzern bei YouTube, auf Plakaten und auf dem Sendeplatz direkt vor der Tagesschau. „Ich habe mal was gepostet, was ich nie, nie hätte teilen sollen“, klagt beispielsweise eine junge Frau und die Werbung gibt ihr natürlich gleich Antwort.
Den Umgang mit Facebook kann man lernen, so zumindest die Botschaft der Kampagne.

Das ist schon ein cleverer Schachzug, die Kritik aufzugreifen, um sie im nächsten Zug zu entkräften. Denn Facebook ist umstritten. Es gilt als intransparent und deshalb unsympathisch. Die kostspielige Werbekampagne soll das Image nun aufpolieren. So erfährt die junge Frau in der Werbung: Löschen ist möglich! Löschen ist möglich oder auch einfach Interpretationssache. „Löschen“ bedeutet nämlich nicht gleich das Verschwinden der Daten.

Zu Recht sind viele skeptisch gegenüber den neuen Facebook-Versprechen. Denn Facebook greift Probleme und Kritik der Nutzer auf und verweist sie auf sich selbst. Die Verantwortung liegt bei dir. Du musst dich zum Beispiel um deine Privatsphäre kümmern. Die Einstellungen sind vorhanden und warten nur darauf bedient zu werden.

Dass der richtige Umgang mit Facebook nicht so leicht ist, scheint dem Konzern bewusst zu sein. Seit Ende Oktober bietet Facebook Journalisten-Trainings für die sozialen Netzwerke Facebook und Instagram an: https://www.facebook.com/facebookmedia/journalists

Einerseits bindet Facebook die Journalisten dadurch an den Konzern und baut im Medienbereich seine monopolartige Stellung weiter aus. Andererseits sollten insbesondere Journalisten die nötigen Fähigkeiten zur Bedienung sozialer Netzwerke erlernen. Denn auch wenn Facebook ein schlechtes Image hat, nutzt es doch fast jeder: egal ob mit oder ohne Werbung.

Jasmin Jäger, 1. FS

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