Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum…

wie grün sind deine Blätter: Jedes Jahr vor Weihnachten erwacht er wie aus einem Sommerschlaf. Der Weihnachtsbaum, Christbaum oder schlichtweg Tannenbaum. Alles scheint nur auf ihn gewartet zu haben. Weihnachtsbaumständer und Christbaumschmuck werden hervorgekramt; Lichterketten, Glaskugeln, Strohsterne, kleine rote Äpfelchen, Figuren, Lametta und Süßigkeiten. Jedes Jahr beginnt das gleiche Prozedere: Hat der Weihnachtsbaum heute noch eine Bedeutung?

Der Tannenbaum erscheint wie ein heidnischer Weihnachtsbrauch, der über die Jahre zur Weihnachtsroutine erstarrt ist. Der Tannenbaum darf nicht fehlen, ob im Baummarkt nebenan gekauft oder selbst geschlagen wie Familie Griswold in „Eine schöne Bescherung“. Irgendwo müssen die Geschenke ja abgelegt werden, oder?

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Oder warum stellen wir zu Weihnachten einen Tannenbaum auf?

Der Brauch, einen Baum zu bestimmten Festtagen zu schmücken, reicht bis ins Mittelalter zurück. So kennen wir Maibäume, um die am 1. Mai getanzt wird, oder Richtbäume, die den fertiggestellten Dachstuhl verzieren. Der Tannenbaum zu Weihnachten hat seine ganz eigene Geschichte. Weihnachten galt als kirchlicher Gedenktag Adams und Evas. Zu diesem Anlass wurde im Mittelalter die Paradiesgeschichte (1.Mose 2-3) aufgeführt.

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Der Weihnachtsbaum war ursprünglich ein Laubbaum.

Die Geschichte in Kürze:
Bei Adam und Eva im Paradies befand sich der Baum der Erkenntnis. Gott hatte ihnen verboten, die Früchte dieses Baumes zu essen. Eine hinterlistige Schlange überredete Eva und Eva überredete wiederum Adam, die Frucht des Baumes zu essen. Das hatte natürlich Folgen. Die weitreichendste war, dass sie von Gott aus dem Paradies fortgeschickt wurden. Das ist die Geschichte des sogenannten Sündenfalls.

Die Paradiesgeschichte erzählt, wie die Sünde in die Welt kam. An Weihnachten feiern wir die Geburt von Jesus Christus. Denn Gott hat Jesus auf die Welt gesandt, damit er uns von den Folgen des Sündenfalls befreit. Darum feiern Christen auf der ganzen Welt Weihnachten.

In den weihnachtlichen Aufführungen der Paradiesgeschichte symbolisierte der Apfel die Frucht des Baumes der Erkenntnis: Die Frucht, die Eva so frisch, lecker und verlockend erschien. Diese Frucht hing also an einem Apfelbaum.

Du grünst nicht nur zur Sommerzeit, nein, auch im Winter, wenn es schneit.

Ja, Laubbäume verlieren im Winter ihre Blätter. Die Vorstellung, dass ein kahler Baum verlockende Äpfel trägt, passte nicht ins Bild. So wurde aus dem paradiesischen Baum ein grüner Tannenbaum.

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter!

Heutzutage scheint die Bedeutung hinter dem Tannenbaum weitestgehend verloren gegangen zu sein. Der Tannenbaum dient eher der Dekoration und die richtige Auswahl wird entscheidend: „Das Ding würde nicht mal in unseren Garten passen!“ Deswegen immer daran denken, was Clark Griswold seinem Sohn antwortet: „Der soll ja auch nicht in unseren Garten, Rusty, er soll ins Wohnzimmer.

Oh Tannenbaum!

Jasmin Jäger, 1. FS

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